Ok, es ist jetzt schon ne ganze Weile her, dass ich Geburtstag hatte, aber ich wollte euch trotzdem an meinem ersten Lebensjahr noch einmal teilhaben lassen. Für Mama und Papa waren die ersten Wochen sicherlich sehr aufregend, ich habe alles auf mich zukommen lassen und entspannt, wie man den Fotos aus November und Dezember sehen kann.

Mama und ich sind noch im Krankenhaus, draußen ist strahlender Sonnenschein und ich bin bei Mama mit im Bett. Noch sehe ich nicht besonders stylish aus, da mir leider alle vorhandenen Kleidungsstücke zu groß sind. Papa hat Abhilfe geschafft und ganz schnell noch ein paar Strampler besorgt.

Weihnachten war recht ruhig. Die ganze Familie hat uns besucht. Ich habe probeweise versucht, bunte Spielsachen festzuhalten, aber die meiste Zeit war Ausruhen – allein auf dem Sofa oder bei jemanden auf der Schulter – angesagt.

Ich studiere Papa ganz genau. Schließlich will ich wissen, mit wem ich es die nächsten Jahre zu tun habe.

Kuscheln mit Papa, die Welt aus der Bauchlage betrachten und mit Felix, meinem besten Freund, spielen. So schnell ging der Februar rum. Felix begleitet mich überall hin. Er ist so schön kuschelweich und es macht Spass, ihn sich über das Gesicht zu ziehen.

Papa macht Faxen für mich. Da kann man nicht anders, da muss man mal grinsen.

Endlich habe ich meine Füße von allein gefunden. Ziemlich lustig, was man mit denen alles so machen kann.

Bauchlage klappt immer besser. Die ersten Versuche waren ja nicht so wirklich ermutigend. Ständig ist mir der schwere Kopf runtergeplumst. So schnell kann man gar nicht gucken. Nun habe ich endlich Zeit auch mal ein wenig die Umgebung zu betrachten, immer nur Decke oder Mamas Gesicht ist schon recht eintönig.

Ich werde von Tag zu Tag kräftiger. Arme durchstrecken, Kopf anheben und die Welt anlachen, klappt prima.

Seit einigen Wochen gehen wir zusammen schwimmen. Interessante Erfahrung, aber es ist schon ziemlich anstrengend, auf diese Weise vorwärts und an die guten Spielsachen zu kommen. Gut, dass man sich auf dem Schwimmring auch mal ausruhen und zwischendurch seinen Durst im Becken löschen kann. Finden Mama und Papa nicht so toll, aber mir schmeckts.

Ich komme allein vorwärts. Robben ist passé, Krabbeln geht viel schneller. Und man kann so wahnsinnig viel dabei entdecken, denn man ist auf einmal eine Stufe höher als vorher. Steckdosen, Kabel, untere Regalreihen, und natürlich die vielen Dinge draußen vor dem Fenster.

So und jetzt kommt die ganz große Nummer. Ich stehe. Und mit festhalten an Tischen, Stühlen, Kanten oder Beinen großer Menschen mache ich meine ersten Gehversuche. Wir sind übrigends grad in der Türkei auf Sonnenurlaub.

Und so kennt ihr mich ja schon. Freue mich auf das nächste Jahr und die vielen Entdeckungen, die es mit sich bringt.