Kleiderreparaturservice Mittwoch, Mai 28 2008 

Eine der wichtigsten Fragen, die ich unbedingt beantwortet haben wollte, war die nach einer kompetenten, vertrauenswürdigen Näherei. Gewohnt an die Omnipräsenz von Reparaturservices in Düsseldorf, war ich erstaunt, hier nicht auf Anhieb eine zu finden. Auf meine Nachfrage antwortete mir unser chinesischer Guide, dass es eher unüblich ist, seine Sachen reparieren zu lassen … meist kauft man sich einfach neue. Ich hätte vielleicht erwähnen sollen, dass die Anzughose von Patrick dringend genäht werden muss. Und ohne Equipment sich das ganze für mich etwas komplizierter gestaltet. Aber vertrauensvolle deutsche Quellen halfen weiter und statteten mich mit einer Adresse aus. Also bin ich mit Christoph und dem Stadtplan bewaffnet letzte Woche in Richtung Central aufgebrochen. Und auf ein Klischee getroffen. Kleiner, langer, schmaler Shop, vollgestopft bis unter die Decke mit reparierten Sachen, im Hintergrund rattern ununterbrochen die Nähmaschinen, dazwischen chinesische Wortfetzen. Die Hose wurde mir abgenommen begleitet von der Aufforderung zu warten. Keine drei Minuten später hatte ich sie genäht wieder in der Hand. Die Jeans mit dem kaputten Reissverschluss habe diese Woche abgeholt und sie sieht super aus.

Bumps to Babes Donnerstag, Mai 22 2008 

Es schüttet. Seit Montag ist es wolkenverhangen, grau und trüb. Ich fühle mich immer heimischer, denn das kommt, abgesehen von der Schwüle, dem Düsseldorfer Wetter schon sehr nah.  Damit fällt jedoch für uns der Hong Kong Park mit all seinen Attraktionen aus. Also habe ich mich entschlossen, die hiesigen Kinderläden zu erkunden. Auf Empfehlung von Patrick „Da ist angeblich ein ganz großer Laden direkt über dem Shanghai Tang in Central.“ steigen wir in die MTR (U-Bahn) und fahren nach Central. Eine der größten Stationen mit mehr als 10 verschiedenen Ausgängen und es braucht ein wenig bis ich den richtigen gefunden habe, der uns direkt in die Pedder Street zum Pedder Building führt. Leider habe ich genau den Ausgang erwischt, der keinen Fahrstuhl hat, aber es ist stets eine helfende Hand da, die mit mir den Kinderwagen hochträgt und dann schnell noch zum Abschied Christoph über die Haare streicht. Am Eingang vom Pedder Building bin ich ein wenig verwirrt, denn nichts deutet darauf hin, dass hier Geschäfte insbesondere gesuchter Kinderladen ist, außer der stete Fluss von Mamas, beladen mit Kindern, Taschen und Beuteln. Ich marschiere einfach hinter den Damen hinterher, rein in den Fahrstuhl und dann geht es in die fünfte Etage. Angekommen im Spielzeugparadies. Was von außen unscheinbar ist, entpuppt sich als Fundgrube für Christoph. Es gibt ein wenig von allem. Kleidung, Babynahrung, Schwimmwindeln (die ich überall schon gesucht hatte), Kinderwagen, Betten und eine Unmenge von Spielzeug. Leider nicht wie ich gehofft hatte zum günstigen China-Einkaufspreis. Vertreten sind überwiegend amerikanische und australische Marken, die zwar in China produzieren, jedoch preislich leider nicht mit Tchibo Spielzeug mithalten können. Nichtsdestotrotz lasse ich mich breitschlagen, Christoph ein paar Töpfe und Kochgeräte zu kaufen, in der Hoffnung, meine Töpfe wieder für mich zu haben. Eine Schippe, groß wie Christoph, wandert auch noch in den Einkaufswagen und dann bugsiere ich mein Kind in Richtung Kasse und Ausgang. Für diesmal reicht es. Zu Hause beginnt sofort eine Kochorgie; ich bin jedoch trotzdem wieder alle meine Töpfe und Pfannen los.

Doch Mama! Samstag, Mai 17 2008 

„Christoph, wir können deine Legos nicht auf dem Herd kochen, die gehen sonst kaputt.“ „Doch Mama.“

„Christoph, wir können nicht im Schlafanzug spazieren gehen.“ „Doch Mama.“

„Christoph, die Vögel schlafen schon. Wir können sie jetzt nicht mehr besuchen.“ „Doch Mama.“

Christophs neues Lieblingswort ist „DOCH“. Selbst in seinen Träumen sagt er ständig „Doch Mama. Doch Mama.“ Und gleich danach kommt [heine]. Er ist ja jetzt schon groß, da kann Mama doch nicht ständig nachhelfen. Selbst ist der Mann und deswegen will er alles allein machen. Nur wenn ihm wirklich Grenzen gesetzt sind aufgrund der fehlenden Kraft oder Größe, heißt es irgendwann „Mama“ oder „Papa“.

Sand Kasten Flöhe Samstag, Mai 17 2008 

Ich sag euch, die gibt es. Ich bin der lebende Beweis. Einmal nicht mit dem Anit-Mücken-Insekten-Beißende-Stechende-Viecher-Spray eingesprüht, trotzdem gemütlich in den Dschungel des Hong Kong Parks getraut. Ich seh aus, als ob ein Schwarm Mücken über mich hergefallen ist. Christoph hat nichts, scheint wahrscheinlich nicht so gut zu schmecken oder ich war einfach das größere und weil behäbig rumsitzend, dass leichtere Ziel. Wenn jemand noch ne gute Empfehlung hat, was dem Abheilen zuträglich ist, lasst es mich wissen. Es nervt.

Australien antwortet. Samstag, Mai 17 2008 

Dank gleicher Zeitzone habe ich im Moment das Vergnügen öfter mit Nils über Skype zu chatten. Wer nicht dieses Vergnügen hat, dem lege ich seine Seite http://oceanbreeze.jimdo.com ans Herz, die einen kleinen Einblick in seinen Studentenalltag gibt. Die Menüpunkte verraten seine Herkunft; aber lasst euch nicht schrecken, er kann auch hochdeutsch.

Geldscheine Freitag, Mai 16 2008 

Irritation. Ich sortiere die Geldscheine und habe drei verschiedene 20iger in der Hand. Der Farbton ist der gleiche, ein nettes Grün, aber das Layout könnte nicht unterschiedlicher sein. Jede Bank hat ihr eigenes Layout entwickelt. Derzeit befinden sich in meiner Hand ein neues und ein altes Layout der Hongkong and Shanghai Banking Corporation sowie ein Schein der Bank of China. Ich bin gespannt, was ich demnächst zurück bekomme.

Tram fahren Freitag, Mai 16 2008 

Ich glaube, die günstigste Alternative sich auf Hong Kong Island von Ost nach West und zurück fortzubewegen. Kostet für mich 2 HK$ und für Christoph 1 HK$. Aktuell rechne ich mit 1 EUR=12 HK$. Man steigt hinten ein und bezahlt beim Aussteigen entweder bar oder mit der Octopus Card, einer Art Multifunktionskarte für Hong Kong. Bar sollte man besser passend dabei haben. Ich habe noch kein einziges Mal gesehen, dass der Fahrer Wechselgeld rausgegeben hat und außerdem muss man immer zackzack ein- und aussteigen. Getrödelt wird hier nicht. Die Trams sind doppelgeschossig, aber schmal, deswegen lasse ich den Kinderwagen meist zu Haus, wenn geplant ist mit der Tram zu fahren. Bisher haben wir es noch nicht nach oben geschafft, denn unser Fahrtweg war einfach meist zu kurz. Aber da es ist eine gute Möglichkeit, bequem unsere Umgebung und all die kleinen, interessanten Geschäfte kennen zu lernen.

Hong Kong Park Donnerstag, Mai 15 2008 

Fünf Minuten Fahrweg von unserem Appartment aus. Fahrweg, da wir erst den Aufzug nach unten in die Lobby nehmen, dann den Aufzug runter in die Mall, dann ein kurzes Stückchen laufen und dann die Rolltreppen wieder nach oben zum Eingang des Hong Kong Parks. Einfacher gehts nicht, sogar mit Buggy klappt das prima.

Wir haben den Parcours Tag für Tag um eine Station erweitert. Erste Anlaufstelle sind die Fontänen und Springbrunnen, die immer wieder zum reinspringen einladen. Der ausgehandelte Kompromiss besteht im Hände hineinhalten.

Anschließend geht es zum Teich mit den [fishn] und [krackn] also den Schildkröten – logisch oder? Die werden ausgiebig einzeln bewundert und bejubelt.

Dann geht es wahlweise den Berg mit oder ohne Treppen nach oben, zum Vogelkäfig, um die [papei] anzuschauen. Obwohl man leise und gemächlich durchschlendern soll, sind wir meist in Nullkommanichts wieder draußen, schaffen es aber trotzdem einige der wunderschönen roten, grünen oder weißen Vertreter ihrer Art aus dem Augenwinkel zu erhaschen.

Der Spielplatz ist in Sichtweite. Quietschebunt angemalt erstreckt er sich über fünf Ebenen. Ausgestattet mit allem, was ein kleines Kinderherz begehrt. Rutschen aller Art, ein Sandkasten mit Baggern, ein stark frequentiertes Holzflugzeug und Klettergerüste, dass Mama Angst und Bange wird. Was zu trinken sollte man nicht vergessen, denn tagsüber ist es doch recht warm draußen und spielen macht durstig.

Wenn ich Hunger habe oder Christoph müde wird, gehts nach Hause. Den Berg ganz entspannt wieder nach unten laufen, die Hochzeits“kutschen“ und hiesigen Brautpaare bewundern, vorbei an den Pferdestatuen, die die olympischen Reit- und Springwettbewerbe in Hong Kong ankündigen und noch einmal die Fische und Schildkröten grüßen.

Erdbeben Donnerstag, Mai 15 2008 

Für alle daheim Gebliebenen. Uns gehts gut. Wir waren zu diesem Zeitpunkt gerade essen und haben von allem nichts mitbekommen. Vom Erdbeben haben wir erst aus den Nachrichten erfahren.

Vorhaben & Umsetzung Donnerstag, Mai 15 2008 

Wie üblich habe ich mir viel vorgenommen. Ich schreibe euch jeden Tag einen kleinen Beitrag aus unserem Leben in Hong Kong. Soviel zur Idee.

Im Moment schläft Christoph, da wir heute intensiv Fussball gespielt haben, sämliche 50 Rutschen auf dem Spielplatz mindestens 100x heruntergesaust sind, durch den ganzen Hong Kong Park flaniert sind und keine Treppe dabei ausgelassen haben. Ach ja, der Mittagsschlaf fehlt. Deswegen schläft mein Sohn bereits seit 8:00 Uhr abends und ich komme das erste Mal dazu euch etwas zu schreiben. Wenn er wach ist, kann ich den Laptop vergessen. Kleine Kinder können hartnäckig sein, wenn es darum geht, etwas zu bekommen, insbesondere die Aufmerksamkeit der Eltern. Soviel zu meiner Entschuldigung. Jetzt zu den nächsten Infos.

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