Schreibt mal wieder! Donnerstag, Jul 31 2008 

Ich freu mich nicht nur über eure Kommentare sondern auch über jede Postkarte, die den Weg hierher findet. Unsere neue Adresse findet ihr unter „About“. Als Dankeschön gibt es eine schicke Hong Kong Karte zurück.

Urlaubsfeeling? Donnerstag, Jul 31 2008 

Ich habe grad einen alten angefangenen Artikel von mir gefunden, den ich vergessen hatte zu veröffentlichen. Will ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Einen Tag nach unserer Black Cloud Erfahrung begrüßte uns wieder strahlender Sonnenschein. Also sind wir aufgebrochen nach Stanley zur Südseite von Hong Kong Island. Um Boote zu gucken. Nicht irgendwelche Boote, sondern die berühmten Drachenboote, schließlich war Tuen Ng Festival. Laut einer Legende ertränkte sich ChüYuan, ein Politiker des chinesischen Altertums, in einem Fluss. Damit sein Körper nicht von den Fischen aufgefressen wird, fuhren die Fischer eiligst mit ihren Booten auf den Fluss, machten mächtig Krach und lockten die Fische mit Reisgaben weg. Angeblich wird im Andenken an den geschätzten Politiker deshalb jedes Jahr das Drachenbootfest gefeiert. Wer es jedoch genau wissen will, schaut einfach mal bei Wikipedia nach.

Da es unser erstes Drachenbootfest war, ist es sicher verzeichlich, dass wir die typischen Anfängerfehler begangen haben. Turnschuhe und Jeans sind nicht gerade ideal, um am Strand langzulaufen und gerade dort spielt sich das Spektakel ab. Sonnencreme und Hut hatten wir natürlich vergessen, zum Glück konnte man wenigstens am Strand Wasser kaufen, sonst hätten wir gleich wieder umdrehen können.

Der Strand war vollgestopft von den Lagern der Drachenbootfahrer. Jede Firma die hier etwas auf sich hält, hat ihr eigenes Team, welches mit viel Eifer und Enthusiasmus schon Monate vor dem Ereignis anfängt zu üben. Bei den Besichtigungstouren der Wohnungen sind uns immer wieder die Boote aufgefallen, die man aufgrund des Trommelns weithin hört. Und geübt wird natürlich bis zur letzen Sekunde, auch schon mal auf trockenem Boden. Verkleiden und witzige Sprüche auf den T-Shirts gehören übrigends auch unbedingt dazu, ebenso wie bei manchen anscheindend das gute Essen. Bei den Franzosen gabs Essen vom Chefkoch persönlich für die mutigen und engagierten Sportler.

Das Gedränge und der Lärm lassen bei einem aber nicht wirklich Urlaubsfeeling aufkommen, zumal wir von der sengenden Hitze und dem abwechselnden Tragen von Christoph auf unseren Schultern recht schnell müde waren. Also haben wir nach einer Stunde den Strand wieder verlassen, sind über den Stanley Market spaziert, um anschließend auf der Promenade in Stanley unser Mittag zu genießen.

Die fehlenden Fotos waren der Grund, warum ich den Artikel noch nicht veröffentlicht hatte. Ich suche mal nach einer alternativen Lösung euch ein paar Fotos zu zeigen, denn Hochladen in den Blog kann ich Fotos erst wieder, wenn mein PC heil in Hong Kong angekommen ist.

Hong Kong Nase Donnerstag, Jul 31 2008 

Heut morgen war ich beim Deutschen Generalkonsulat und nun ist es offiziell. Unter Wohnort steht eingetragen „Hong Kong“ und damit darf ich wohl offiziell behaupten, dass ich eine Hong Kong Nase bin. Man braucht nur seine Abmeldebestätigung, die Hong Kong ID-Karte, einen Nachweis über den neuen Wohnsitz (eine Gasrechnung wäre auch akzeptiert worden statt der Bestätigung vom Vermieter) und das ausgefüllte Antragsformular zur Änderung. Drei Minuten Wartezeit und keine Kosten. Ich bin begeistert, dass die Änderung so schnell und unkompliziert geklappt hat. 

Bei unserem kleine Ausflug habe ich wieder einmal festgestellt, dass die Gegend hier wirklich ideal ist, denn alles Wichtige erreiche ich innerhalb kürzester Zeit. Das Konsulat liegt quasi 21 Stockwerke über meinem bevorzugtem Park’n Shop, sodass wir nach erfolgreicher Wohnortänderung und Formularabgabe für den Eintrag in die Deutschenliste schnell fürs Mittagessen einkaufen waren.

Basmati-Reis mit Gemüse/Schnitzel-Pfanne. Christoph hat nur leider vor lauter Kochbegeisterung zu viel Pfeffer an die Pfanne gemacht und sich danach beschwert: [Mama, sarf, nich essen, du nur Reis essen.]. Werde ich also heute abend das ganze allein aufessen müssen. Wie man daran merkt, hat er immer noch nicht die Angewohnheit, sich selber mit [du] zu bezeichnen, aufgegeben. Obwohl er manchmal die Verben schon in der richtigen Form verwendet, wie zum Beispiel bei: [Mama, Licht bitte, seh nich.].

Zu langsam? Mittwoch, Jul 30 2008 

Hong Kong ist schnell, ständig in Bewegung, selten sieht man Stillstand. Ganz besonders deutlich merke ich das jeden Tag beim Fahrstuhl fahren. Jeder der kommt und mitfahren will, haut enthusiastisch mindestens 10x auf die Ruf-Taste, auch wenn das schon fünf andere vor ihm gemacht haben. Anscheinend kommt der Fahrstuhl dann schneller.

Wenn man dann als erster eingestiegen ist, drückt man die gewünschte Etage und sofort den magischen „Tür-Schließen“ Knopf. Gibt es hier in jedem Fahrstuhl. Entweder Frau ist schnell genug und drückt nun ihrerseits auf den „Tür-öffnen“ Knopf, damit man mit Kind respektive Kinderwagen auch noch reinkommt oder man schmeißt sich einfach dazwischen. Nicht anzuraten für Kinder, denn die werden leider nicht von der Lichtschranke berücksichtigt. Ängstliche Mutter die ich bin, erkläre ich also Christoph nach jeder dieser Aktionen eindringlich, dass er das doch bitte nicht nachmachen soll. Schaue alle Beteiligten, die mir nicht geholfen haben, böse an und ganz besonders böse den Verursacher allen Übels. Leider läßt sich davon selten jemand einschüchtern, denn wie immer haben es alle eilig und vollstes Verständnis für die Knopf-Hauerei.

Aber zur Ehrenrettung der hiesigen Einwohner … es gibt auch ganz viele, die extra für mich die Tür aufhalten und statt meiner den „Tür-öffnen“ Knopf drücken, damit wir genug Zeit zum Ein- und Aussteigen haben.

Etagen zählen Mittwoch, Jul 30 2008 

Was bei uns die 13 ist, nämlich eine schlechte, Unglück bringende Zahl, ist hier in Hong Kong bzw. allgemein bei den chinesisch sprechenden Menschen die Zahl 4. Ich hab grad nochmal nachgelesen, warum: es ist lautgleich mit dem Wort sterben, beides hat die Silbe ’si’, die Wörter werden nur anhand der Töne unterschieden.

Die Konsequenz? Man vermeidet so gut man kann, diese Zahl in sein Leben zu lassen. Jede Telefonnummer mit einer vier, jedes Autokennzeichen, jede Wohnungsnummer wird abgelehnt. Zum Glück unterstützen einen hier sogar die Häuslebauer. Wie ich gestern erstaunt beim Besuch unserer neuen Wohnung festgestellt habe, existiert in unserem Haus keine Etage mit einer vier in den Ziffern, weder die 4 noch die 14 oder die 24. De facto wohnen wir also nicht in der 15. sondern in der 13. Etage.

Ich passe mich also umgehend den hiesigen Verhältnisse an, störe mich nicht an der 13 und versuche so schnell als möglich meine Mobilnummer zu tauschen in eine Nummer mit vielen Achten. Die verheißen nämlich viel Geld bzw. Reichtum.

Paul oder Paula? Dienstag, Jul 29 2008 

Neugierig wie wir beide sind, hoffen wir, dass wir diesmal nicht so lange warten müssen wie bei Christoph. Obwohl bis Januar noch eine ganze Menge Zeit bleibt, um sich über passende Farben fürs Kinderzimmer, Kleidung und Spielzeug Gedanken zu machen. Ok, das Zimmer wird, wenn es nach mir geht, in Gelb gestrichen, Christoph hat genug Anziehsachen und Spielzeug für drei und somit bleibt uns also nur noch die Suche nach dem passenden Namen. Alles ganz unkompliziert.

Dank netter Tipgeberin aus dem Eltern.de Forum habe ich auch schon für die medizinische Betreuung Unterstützung gefunden. Dr. Arabinda Ghosh, seines Zeichens glaube ich Inder, der mich recht unkonventionell barfuss begrüßt hat. Ich war so beeindruckt davon, dass ich es bisher jedem erzählt habe. Das Praxisteam ist sehr nett und vor allem verstehe ich bis auf manche medizinischen Fachbegriffe alles ganz gut. Ich fühle mich dort gut aufgehoben und bin gespannt auf die nächste Wochen.

Rückblick Dienstag, Jul 29 2008 

Es sind tatsächlich schon Wochen seit meinem letzten Eintrag vergangen, dabei gibt es genug zu erzählen. Die Tage in Deutschland waren schnell vorbei, aber angefüllt mit genug Aktivitäten, dass es mir wie ein halbes Jahr vorkam. 

Angefangen bei den vielen Abmeldungen, die man zum großen Teil natürlich per Post machen kann, aber eben keine vergessen darf. Dann der Umzug mit seinen vielen Entscheidungen … muss das mit? brauche ich jenes nochmal im Leben? … Der Verkauf des Autos, bei dem einem endgültig bewußt wird, dass es aufgeht zu einer neuen Heimat - ohne selbständiges Fahren, auch wenn dies von uns so gewollt ist.

Bis hin zu unserer Abschiedsparty. Sie war toll, aber wie immer viel zu kurz, als dass ich die Chance hatte mich mit jedem mal ordentlich zu unterhalten. Als Erinnerung bleiben uns die tollen Geschenkideen von euch und die Fotos von Daniel, die ich euch nicht vorenthalten will. Einfach dem Link folgen und viel Spass damit.

Die Rückkehr war entspannt, dafür habe ich mich diesmal eine Woche mit dem Jetlag auseinander setzen müssen. Früh war schwer rauszukommen und abends konnte ich die erste Woche nicht vor zwei Uhr nachts schlafen und das war schon früh. Also habe ich das nächtliche Hong Kong beobachtet und festgestellt, dass zumindest hier im Zentrum wirklich keine Ruhe aufkommt. Ab und zu war auch das Fernsehen willkommen Ablenkung mit der passenden Ausrede, dass ich dringend mein English auf Vordermann bringen muss.