Auf der Suche nach dem Alltag Mittwoch, Feb 18 2009 

Die Suche nach den Dingen des alltäglichen Lebens ist in Hong Kong meiner Meinung nach die größte Herausforderung. So fehlen zum Beispiel die großen, wohlgeordneten Hallen deutscher Baumärkte. Noch habe ich hier um die Ecke keinen Laden ausfindig gemacht, der auch seltenere Exemplare der Gattung Schraube anbietet. Rund um die Queens Road East gibt es zwar mehrere Strassenzüge mit kleinen Shops, vollgestopft bis unter die Decke mit Baumaterial und Schrauben. Jedoch musste ich feststellen, dass alle mehr oder weniger das gleiche Standard-Sortiment haben und meine Wunschschraube hier definitiv nicht zu finden ist.

Für die Handwerker unter euch: ich suche zwei Winkelschrauben mit einer Länge von mindestens 6 cm und einer Winkelbreite von mindestens 5 besser 8 mm. Aber ich hab erstmal beim Hersteller der Möbel angefragt, ob er mir nicht noch einmal solche Schrauben schicken kann, denn die Umzugsleute haben sie leider entsorgt statt sie mit in die Schraubenkiste zu packen.

Gedanken eines großen Bruders Dienstag, Feb 17 2009 

Seit genau einem Monat bin ich nun schon großer Bruder. Gefällt mir ganz gut, denn als großer Bruder bekommt man auch Geschenke. Ich habe eine [Tuh], Stifte und ein [Feuerauto] geschenkt bekommen. Leider hat Mama dafür weniger Zeit, mit mir zu spielen. Sage ich [Mama, tomm mit mir spielen.], antwortet sie, dass sie erst [Tara] füttern oder windeln muss. Manchmal setze ich mich dann einfach daneben und schaue zu.

Mein neuer Lieblingsort ist Claras Laufgitter. Ich sitze mit Clara drin, wir tauschen Kuscheltiere und wenn es kalt wird, decke ich sie vorsichtig zu. Clara mag es besonders gern, wenn ich ihr die Musik von der Spieluhr anstelle. Dann lauscht sie ganz aufmerksam und hingerissen. Ich mach das so oft, bis Papa sagt, dass es reicht oder Mama meint, dass Clara jetzt schlafen muss. Dabei ist es viel lustiger, wenn sie wach ist. Dann darf ich sie auch mal festhalten, über den Kopf streicheln, mit ihr reden und vor allem laut sein und Krach machen.

Manchmal muss ich Mama erinnern, dass Clara Hunger hat. Ich seh das, weil das Baby dann weint. Und wenn sie fertig ist mit trinken, dann sage ich Mama, dass sie Clara wieder ins Bett legen kann, damit sie schläft und wir wieder miteinander spielen können. Manchmal nimmt Mama dann Clara ins Tragetuch und so können wir alle drei miteinander spielen oder rausgehen.

Meine Lieblingsbeschäftigung Mittwoch, Feb 4 2009 

Im Schlaf verschmitzt vor mich hingrinsen. Und natürlich wachsen und zunehmen. Ich habe es schon auf stolze 2.600 Gramm gebracht.

Frohes Jahr des Ochsen Mittwoch, Feb 4 2009 

Das Chinesische Sternzeichen Ochse ist kraftvoll und willensstark, genau wie der Mensch, der sich dahinter verbirgt. Der Ochse steht für Standhaftigkeit und eine große Geduld in allen Lebenslagen. Er bringt alles zu Ende, was er anfängt und lässt sich nur selten von seinen Vorhaben abbringen.

Kung Hei Fat Choy! Mittwoch, Feb 4 2009 

Ertönte es in den letzten Tagen mal enthusiastisch laut zu Hause, mal verschämt leise gegenüber fremden Personen aus Christophs Mund. „Happy Chinese New Year“ sind Christophs erste chinesische Worte, die er ganz stolz aus dem Kindergarten nach Hause gebracht hat.

Chinese New Year fiel dieses Jahr auf den 26. Januar und ist für die Chinesen wie Weihnachten und Neujahr zusammen. Es gab drei offizielle Feiertage, aber die meisten Chinesen nehmen sofern es geht gleich zwei Wochen Urlaub. Es sind die einzigen Tagen an denen tatsächlich mal das eine oder andere Geschäft in Hong Kong den ganzen Tag geschlossen war.

An diesen Tagen verschenkt man kleine mit Geldscheinen gefüllte, rote oder goldene Umschläge. Die Geldscheine müssen frisch gedruckt sein. Dafür muss man sich bei seiner Bank anmelden, wie üblich ein Formular ausfüllen und erhält dann frisch gedruckte 20er, 50er oder 100er. Wahlweise natürlich auch noch mehr. Diese kleinen Pakete werden nicht nur zwischen Familien und Freunden verschenkt wie wir anfangs dachten sondern der Chef bedenkt auch seinen Mitarbeitern, die Mieter ihre hilfreiche Geister wie die Putzfrauen und Guards im Haus und es soll auch schon Chinesen gegeben haben, die Fremden auf der Strasse ein wenig Glück gebracht haben. Und das alles nur, damit man selber ihm nächsten Jahr Glück hat. Damit man diese gute Geste auch wirklich nicht vergißt, bekommt man von jedem Geschäft, von jedem Hotel, von jeder Bank die kleinen Umschläge kostenlos im 10er Pack zugeschickt oder dem Einkauf beigefügt. Praktisch, oder?

Also haben wir die Umschläge sortiert und die schönsten rausgesucht, mit frisch gedruckten Geldscheinen befüllt und Christoph fleißig verteilen lassen. Wir sind gespannt, ob das Glück uns hold ist.

Unsere Haustür haben wir auf Wunsch von Christoph auch entsprechend dekoriert und wie man sieht hält er hier ganz stolz ein wichtiges Symbol von Chinese New Year hoch und wünscht allen nicht nur Glück sondern auch Reichtum.