Bonjour à tous. Mittwoch, Okt 7 2009 

Anschliessend ging es eine Woche nach Frankreich in den Elsass, wo wir leckeres Essen genossen haben

und uns ansonsten ausschliesslich um die Bespassung von Christoph und Clara gekümmert haben.

Ritterburg anschauen, Störche besichtigen und eine Storchenfeder als Trophäe mitnehmen, Affen mit Popcorn füttern, die Schildkröte in Grossonkels Garten bewundern

und jede alte Stadt erkunden und erklimmen, die gut mit dem Auto in maximal einer Stunde zu erreichen war.

Clara hat sich geschützt die Welt aus dem Tragetuch angeguckt und erste Versuche gestartet, an feste Nahrung zu kommen.

 

Wie so oft wären wir gern länger geblieben, aber es tröstet der Gedanke, dass es sicherlich nicht der letzte Besuch gewesen ist.

Familienbildnis Samstag, Jul 4 2009 

Normalerweise malt Christoph lieber bunte Strich- und Kreisbilder, die wir dann interpretieren dürfen. Zu meiner grossen Überraschung hat er neulich bei Papa im Büro beschlossen, ein Familienportrait zu malen.

Und da es so anders als alle bisherigen Kunstwerke war, abgesehen von dem Bildnis „Mama mit Haaren auf den Beinen“ (jawohl, das hat er ernsthaft gesagt), muss ich es euch jetzt mal zeigen.

Von links nach rechts: Papa, Christoph, Mama und Clara

Und Tschüss. Dienstag, Jun 30 2009 

Buddha und Bonbons Donnerstag, Mai 21 2009 

Ein Abenteuer! Wir müssen wieder mit der MTR fahren. Das dauert so lange, dass wir nach dem Aussteigen eine Stärkung brauchen. Clara darf Milch trinken und ich eine heiße Schokolade im nahegelegenen Starbucks. Über das Windelparadies in der Mall hat Mama ja schon berichtet.

Und dann gehts los, hinein in eine riesige Burg. Papa sagt dazu Kloster. Besteht komplett aus Holz und die haben hier überall „Happy New Year“ Zeichen hängen. Sieht zumindest so aus.

Mama sagt, dass morgen Buddhas Geburtstag ist und deswegen alles so schön geschmückt ist. Wer ist eigentlich Buddha?

Egal, ich schau mich mal ein wenig um, erkunde die Teichanlagen und das Innere der Burg. Am Eingang bekomme ich die Hände mit Wasser bespritzt und muss sie waschen.

Dann stehen da mehrere Säulen mit einer kleinen Teichanlage drauf und in der Mitte sitzt ein goldener Mann. Eine Frau mit einem merkwürdigen Mantel und keinen Haaren auf dem Kopf besteht darauf, dass ich auf einen Knopf an der Säule drücke und plötzlich wird der Mann im Teich geduscht. Mama und Papa müssen auch einmal drücken.  Die Nonne (Frau mit Mantel und keinen Haaren) sagt, dass es uns jetzt Glück bringen wird. Und tatsächlich … ich bekomme beim Rausgehen Bonbons geschenkt. Was für ein Glück.

Dann will ich noch zu dem goldenen Haus in den Park gehen.

 

Sind ziemlich viele Chinesen dort, sodass ich Mama und Papa am Eingang aus den Augen verliere, aber die Chinesen sehen ja, dass ich nicht zu ihrer Reisegruppe gehöre und lotsen mich zurück.

Mama will sich unbedingt Vasen anschauen und schleppt mich mit in die Ausstellung, aber ich schau mir lieber die Fische im Teich an und stell mich in den Sprühregen für die vielen kleinen und großen Bäume.

 

Und dann gehts auch schon wieder nach Hause. War anstrengend und ich bin müde, freue mich aber auf unser nächstes Abenteuer.

Einschlafmethoden die Zweite Sonntag, Mai 3 2009 

Wir haben nicht nur einen netten Playroom im Haus sondern auch einen richtigen Hong Konger Playground für die Kids gleich neben unserem Haus. Kein Sand, dafür Gummimatten und Klettergerüste. Bei schönem Wetter nehmen wir das Bobbycar, klingeln durch, ob noch jemand kommt und ab geht es Runde für Runde um den Spielplatz.

Entweder mit den fahrbaren Mobilen oder die Kids jagen ein für mich unsichtbares „MONSTER“.  Car-Sharing ist sehr angesagt und gentleman-like nimmt man auch gern mal jemanden mit.

Nach zwei Stunden Toberei wird meist anstandslos Abendbrot gegessen und ins Bett gegangen.

Schuut, Schuut, Schuut die Eisenbahn … Sonntag, Mai 3 2009 

Ein Abenteuer-Ausflug haben Mama und Papa mir versprochen. Eine halbe Stunde Auto fahren, ein paar Treppenstufen nach oben, durch ein chinesisches Tor 

und plötzlich stehen da die schönsten und größten Eisenbahnen, die ich bis jetzt gesehen habe. Wir sind nach Tai Po ins Eisenbahnmuseum gefahren und ich bestaune die großen Züge

und lasse die kleinen Modelle fahren und fahren und fahren.

Ich werfe einen kurzen Blick ins Museum, aber alte Papier-Tickets und Schwarz-Weiss-Bildern sind langweilig. Viel mehr Spass macht es durch die alten Züge zu klettern, die Holzbänke auszuprobieren und die kleine Modelleisenbahn durch Tunnel, über Brücken und Kurfen zu jagen.

Nachdem nichts mehr auszuprobieren geht, spazieren wir durch die kleinen Strassenmärkte von Tai Po. Die in der Sonne ausgelegten, getrockneten Waren riechen nicht nur seltsam sondern sehen auch ganz anders aus als was ich bisher kennengelernt habe. 

Plötzlich stehen wir vor einen kleinen Tempel mitten zwischen den Hochhäusern. Mit einer niedlichen kleinen Katze auf den Treppenstufen. Also sind wir mal kurz darein, denn ich wollte sie gern streicheln. Wir sind im ManMo-Tempel und ich staune, das die Götter nicht nur Obst sondern auch Ferrero Rocher mögen.

Überall stecken Räucherstäbchen und sogar von der Decke hängen lauter Hüte, die vor sich hin rauchen.

Zur Beruhigung der Götter … sagt Mama.

Dann gehts endlich Mittagessen zum Tai Po Market. Mama und Papa bestellen, was sie auf den anderen Tischen sehen, denn Englisch sprechen hier nicht so viele. Reis mit Schweinefleisch, Nudeln mit Schweinefleisch und eine Menge Eistee.

Nachdem wir satt sind, schauen wir, was man hier sonst noch so kaufen kann. Große Fische, kleine Fische, rote Fische

und ein bißchen von allem anderen auch.

Nach Hause fahren wir zu meiner Freude mit einem der richtigen Züge von der KCR (Kowloon-Canton-Railway) und deshalb möchte ich morgen gleich wieder einen Abenteuer-Ausflug machen.

Quartalsbericht. Samstag, Apr 18 2009 

3 Monate voller Überraschungen, ständiger Veränderungen, vieler erneuter „Das erste Mal … in der Stadt gewesen, gelächelt, gegluckst, geantwortet, auf dem Bauch gelegen, massiert, gebadet, geimpft, Fieber gehabt, im Tuch von Mama getragen, im Baby Björn von Papa getragen, durchgeschlafen“.

Clara bewundert und himmelt ihren grossen Bruder an, was nicht zuletzt daran liegt, dass er sich rührend um sie kümmert und in mageren Zeiten auch gern mal mit seinem eigenen Joghurt füttert. Schließlich kann man ja so ein kleines Wesen nicht verhungern lassen … [Maaaaaama, Tara braucht MamaMilch. Sie weint.]

Ich bin gespannt, was auf uns zukommt, wenn sie auch weiterhin so ein Herz und eine Seele sein werden.

Chez Christoph Samstag, Mär 7 2009 

[Guten Tag der Herr. Bitte setzen. Was möchtest essen? Fisch. Reis. Feisch. Tuchen. Eis. Ot.] So spielt sich ein Besuch in meinem Lieblingsrestaurant ab. Der Chefkoch beginnt nach meiner Bestellung wie wild mit den Töpfen zu klappern und die Pfannen zu schwingen. Sucht sich noch schnell lebensnotwendige Utensilien aus meiner Küche zusammen als da wären der Pizzaschneider, diverse Siebe und ein Pinsel und serviert mir anschließend voller Stolz eine Suppe mit Kuchen.

Zum Fasching im Kindergarten haben wir dann in Lang Kwai Fong stilgerecht die passende Uniform erstanden. Jetzt wird also nicht mehr nur die Schürze umgelegt sondern gleich die gesamte Kochausrüstung hervorgezogen, wenn es ans Kochen geht.

Dank Oma Marie und dem Buch „Kasimir backt“ habe ich jetzt das Vergnügen einmal in der Woche mit Christoph Kinderkuchen zu backen, den ich dann (meist allein) in den nächsten Tagen verputze. Christoph macht es einfach viel mehr Spass alle Zutaten zusammenzusuchen, den Mixer zu betätigen, den Ofen anzuschalten und dann 45 Minuten davor zu hocken und zu sehen, wie sein Kuchen backt. Das Essen überlässt er immer mir.

Gedanken eines großen Bruders Dienstag, Feb 17 2009 

Seit genau einem Monat bin ich nun schon großer Bruder. Gefällt mir ganz gut, denn als großer Bruder bekommt man auch Geschenke. Ich habe eine [Tuh], Stifte und ein [Feuerauto] geschenkt bekommen. Leider hat Mama dafür weniger Zeit, mit mir zu spielen. Sage ich [Mama, tomm mit mir spielen.], antwortet sie, dass sie erst [Tara] füttern oder windeln muss. Manchmal setze ich mich dann einfach daneben und schaue zu.

Mein neuer Lieblingsort ist Claras Laufgitter. Ich sitze mit Clara drin, wir tauschen Kuscheltiere und wenn es kalt wird, decke ich sie vorsichtig zu. Clara mag es besonders gern, wenn ich ihr die Musik von der Spieluhr anstelle. Dann lauscht sie ganz aufmerksam und hingerissen. Ich mach das so oft, bis Papa sagt, dass es reicht oder Mama meint, dass Clara jetzt schlafen muss. Dabei ist es viel lustiger, wenn sie wach ist. Dann darf ich sie auch mal festhalten, über den Kopf streicheln, mit ihr reden und vor allem laut sein und Krach machen.

Manchmal muss ich Mama erinnern, dass Clara Hunger hat. Ich seh das, weil das Baby dann weint. Und wenn sie fertig ist mit trinken, dann sage ich Mama, dass sie Clara wieder ins Bett legen kann, damit sie schläft und wir wieder miteinander spielen können. Manchmal nimmt Mama dann Clara ins Tragetuch und so können wir alle drei miteinander spielen oder rausgehen.

Kung Hei Fat Choy! Mittwoch, Feb 4 2009 

Ertönte es in den letzten Tagen mal enthusiastisch laut zu Hause, mal verschämt leise gegenüber fremden Personen aus Christophs Mund. „Happy Chinese New Year“ sind Christophs erste chinesische Worte, die er ganz stolz aus dem Kindergarten nach Hause gebracht hat.

Chinese New Year fiel dieses Jahr auf den 26. Januar und ist für die Chinesen wie Weihnachten und Neujahr zusammen. Es gab drei offizielle Feiertage, aber die meisten Chinesen nehmen sofern es geht gleich zwei Wochen Urlaub. Es sind die einzigen Tagen an denen tatsächlich mal das eine oder andere Geschäft in Hong Kong den ganzen Tag geschlossen war.

An diesen Tagen verschenkt man kleine mit Geldscheinen gefüllte, rote oder goldene Umschläge. Die Geldscheine müssen frisch gedruckt sein. Dafür muss man sich bei seiner Bank anmelden, wie üblich ein Formular ausfüllen und erhält dann frisch gedruckte 20er, 50er oder 100er. Wahlweise natürlich auch noch mehr. Diese kleinen Pakete werden nicht nur zwischen Familien und Freunden verschenkt wie wir anfangs dachten sondern der Chef bedenkt auch seinen Mitarbeitern, die Mieter ihre hilfreiche Geister wie die Putzfrauen und Guards im Haus und es soll auch schon Chinesen gegeben haben, die Fremden auf der Strasse ein wenig Glück gebracht haben. Und das alles nur, damit man selber ihm nächsten Jahr Glück hat. Damit man diese gute Geste auch wirklich nicht vergißt, bekommt man von jedem Geschäft, von jedem Hotel, von jeder Bank die kleinen Umschläge kostenlos im 10er Pack zugeschickt oder dem Einkauf beigefügt. Praktisch, oder?

Also haben wir die Umschläge sortiert und die schönsten rausgesucht, mit frisch gedruckten Geldscheinen befüllt und Christoph fleißig verteilen lassen. Wir sind gespannt, ob das Glück uns hold ist.

Unsere Haustür haben wir auf Wunsch von Christoph auch entsprechend dekoriert und wie man sieht hält er hier ganz stolz ein wichtiges Symbol von Chinese New Year hoch und wünscht allen nicht nur Glück sondern auch Reichtum.

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